Sagen und Geschichten zum Karras in der Nassau

Variante aus

In der Nähe der Dörfer Oberau und Niederau bei Meißen befindet sich eine 1 ½ Stunde lange und 1 Stunde breite, meist aus nassen und morastigen Wiesen bestehende Fläche, welche die Nassau oder Nasse genannt wird. Einige Fluren derselben gehören zum Rittergute Proschwitz, und eine Art Vorwerk, die so genannte Milchinsel, ist das einzige auf dieser öden Stelle gelegene bewohnte Gebäude. In der Nähe desselben erblickt man eine schanzenartige, mit Gräben umzogene kleine Anhöhe, das alte oder verwünschte Schloss genannt, welches wahrscheinlich von einem Ritter aus dem Geschlechte derer von Nassau angelegt worden ist und der ganzen Gegend den Namen gab.

Einst hauste hier ein Raubritter (wahrscheinlich aber nicht Fritzold von Nassau, der 1335 auch das nahe gelegene Gröbern besaß und als ein Wütherich geschildert wird, sondern ein Karraß, dem dieses Schloss ebenso wie die zu Coswig und Gröbern gehört haben soll), der wie ein zweiter wilder Jäger, gleichviel ob es Feier- oder Werktag war, mit seinen Genossen der Jagd wegen die Umgegend durchstreifte und weder Saaten noch Anpflanzungen seiner Untertanen schonte, den Waisen ihr bisschen ererbtes Vermögen nahm und die schönsten Mädchen aus der Umgegend raubte und auf seine Burg schleppte, wo er seine Lust an ihnen büßte und sie dann im Burgverliese umkommen ließ.

Endlich vermochten seine Nachbarn sein Treiben nicht länger ruhig mit anzusehen, sie zogen gegen ihn und schlugen ihn in den Tristen der Nassau nach erbittertem Kampfe aufs Haupt. Er selbst floh mit den wenigen Resten seiner Mannen auf sein Schloss, siehe da zog ein furchtbares Wetter heran, und mit Grausen sahen die noch auf dem Schlachtfeld lagernden Gegner, wie mit einem mächtigen Donnerschlag und Blitz das Schloss mit allem, was darinnen war, versank.

An dieser Stelle lässt sich nun zuweilen ein hohläugiges Gespenst sehen, welches bald zu Ross, bald zu Fuss die wüsten Fluren wehklagend durcheilt, - aber auch die Geister der von ihm umgebrachten Unschuldigen haben keine Ruhe, man erblickt sie des Nachts, wie sie als Irrlichter über den Boden fliegen

Variante aus Speisekarte   Hotel Landhaus Nassau

Die Nassau in der Geschichte und Sage

Aus alten Schriftsätzen ergibt sich, dass offensichtlich die Dienstritter von Polenz um 1200 das Gebiet der Nassau erschlossen haben und dort ein
„festes Haus “ anlegen ließen, eine Wasserburg. In Lehnbriefen findest sich noch der Flurname „ Altes Schloss “. Nördlich des Straßenzuges, also
auf dem Gelände der heutigen Milchinsel, sind Reste von Befestigungsanlagen festgestellt worden, Wälle und Gräben. 

Eine unwirtliche Gegend, über die der Abendnebel fällt, feucht, einsam und schaurig: eine menschenleere Ebene, in deren Sümpfen so mancherer Wanderer versunken ist; ein verfallenes Schloss, verwildertes Kraut und wucherndes Gestrüpp auf geborstenen Mauern; geschichtlich bezeugte Eigenmächtigkeiten der Besitzer und endlich die Landesweisung eines alteingesessenen Adelsgeschlechtes, des Herren v. Karras in Coswig, die um die 1500 Hof und Vorwerk Nassau erworben hatten – mussten nicht dies alles die Lust zum Fabulieren anregen, gar zur Bildung von grusligen Sagen führen? Gar vielfältig sind die Mären, die die Mädchen am Spinnrocken zu erzählen wussten. So kündet eine Sage folgendes:

Ein wilder Gesell war der Ritter Karras. Er lauerte an den Straßen den Kaufleuten auf, wenn sie nach Meißen zum Markte zogen, überfiel die Wagenzüge und warf die Gefangenen in das finstere Gelas seines Schlosses. Niemand wagte sich in die Nähe der Wasserburg; ein Räuber war Karras, von allen Bürgern und Bauern gehasst wie gefürchtet. Wüst hatte es der Karras seit Jahren getrieben. Da scharten sich die Bauern zusammen und zogen aus, den Räuber zu fangen und zu strafen. In der Nassau wurde er umzingelt. Man kämpfte von Morgen bis Mittag.

Reihenweise mähte das scharfe Schwert des Ritters die Bauern nieder, als über die Sonne sank, musste der Räuber mit seinen Spießgesellen in die Burg flüchten. Schwefelgelbes Gewölk zog auf im Westen. Näher und näher grollte der Donner. Karras lachte über die einfältigen Bauernburschen, die vor seinem Burgwall standen und ihn bezwingen wollten, spottete über das Unwetter, vor dessen Toben sie erschauerten. Da leuchtete

Es plötzlich taghell auf; ein dröhnender Donnerschlag ließ die Mauern des Schlosses erzittern, und als sich die Bauern von der Erde  erhoben, wohin sie der Schreck geworfen hatte, waren die Wände geborsten und zusammengestürzt, Karras und seine gesellen erschlagen worden von den Trümmern des ehemals festen Hauses. Der Teufel hatte ihre Seelen geholt.

Seit dieser Zeit hört man ein Stöhnen in der Luft, ein Schreien und Klagen.

Bald klingt es, als durchreite ein wildes Schar auf schnaufenden Rossen die Lüfte; bald hört es sich an, als ob ein einsames Gespenst wimmert. Das ist Karras, der keine Ruhe im Grabe finden kann; als hohläugiges Gespenst muss er nächtens umherirren. Blaue Flämmchen entsteigen dem Sumpfe; das sind die armen Seelen all der vielen, die der Räuber hat umgebracht.

Siedlungsgeschichte Nassau: ö Meißen, Lkr. Meißen:

Siedlungstyp, Gemeindezugehörigkeit: Einzelgut, später vorwiegend Wiesenflur (1791), zu Bohnitzsch gehörig (1875), seit 1914 zu Meißen
Ortsadel, Herrengüter: 1266: Herrensitz , 1513: allodium, 1516: Vorwerk , 1621: Vorwerk , 1875: Vorwerk ,
Siedlungsform und Gemarkung: Einzelgut Gutsblockflur 82 (1839)
Bevölkerung:
1406 : 4 Gärtner,
Verwaltungszugehörigkeit: 1406: Pflege Großenhain, 1791: Erb-Amt Meißen, 1875: Amtshauptmannschaft Meißen,
Grundherrschaft: Kloster Altzelle, 1791 : amtsunmittelbar
Ortsnamenformen: Hug de Nassowe, 1406: Nassow, 1501: Nassaw, 1547: Naße, 1621: Nossa (HOV), 1791 : Naßa, eine also genannte Flur bey Weinböhle, so meist in Wiesen besteht, 1875: Nassau (Milchinsel),
Literaturquelle:

 

Familiengeschichte Langner Barbara & Otto ab 1970 

Als Neubauernstelle im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone nach dem II. Weltkrieg an die Familie Class übergeben, wurde es altersbedingt aufgegeben und 1970 durch die Familie Langner Otto erworben. Damit bekam das verfallene Vorwerk in der Nassau, bekannt auch als "Milchinsel" mit dem Einzug der Familie Otto Langner endlich die Chance zum Neubeginn.
Die Jahre bis 1990 waren geprägt vom Erhalt der Bausubstanz, ständigen Erhaltungsarbeiten und mühevollen Sanierung des Wohnhauses.
Die Finanzierung dieser umfangreichen Aufgabe sicherten die Eltern Barbara & Otto Langner mit der Nebenerwerbslandwirtschaft. So wurde in den Jahren neben der Aufzucht von Bullen, Schweinen, Kaninchen, Hühner & Enten auch der Gartenanbau betrieben. Mit der Errichtung von Frühbeeten und Folienhäusern konnte durch Anbau von Radies, Salat, Tomaten & Gurken so manche DDR-Mark erwirtschaftet werden und dem Grundstück zu Gute kommen. Mit der Feierabend-Klempner-Reparatur vom Kulturgut "Trabant" bis hin zum "Lada", dem Bau von Gartenschaukeln bis hin zum Bau von CFK-Freizeitbooten erwirtschaftete der Hausherr unter tatkräftiger Unterstützung der ganzen Familie weiteren finanziellen Spielraum zum Wohle des Baudenkmales.
1989 wurde der Gedanke der Errichtung eines Landhotels mit Gasthof an Stelle der Ruine der Stallungen geboren.
So wurde von 1990 bis September 1991 an Stelle der alten Stallungen, das Hotel in seiner heutigen Form errichtet. Durch ca. 80 % Eigenleistung der Familien Langner Otto, Langner Thomas und Langner Gerhard konnte das Hotel zum 21.09.1991 nach knapp 2-jähriger Bauzeit als erstes Hotel in Meißen nach der Wende eröffnen.


Blick vom Innenhof 1970 auf Ruine der Stallungen


Blick vom Innenhof 1970 auf Ruine der Stallungen


Blick von Niederauer - Straße auf Vorwerk "Nassau"


Blick vom Nassauweg auf NW-Seite Stallungen

1989 wurde der Gedanke der Errichtung eines Landhotels mit Gasthof an Stelle der Ruine der Stallungen geboren.
So wurde von 1990 bis September 1991 an Stelle der alten Stallungen, das Hotel in seiner heutigen Form errichtet. Durch ca. 80 % Eigenleistung der Familien Langner Otto, Langner Thomas und Langner Gerhard konnte das Hotel zum 21.09.1991 nach knapp 2-jähriger Bauzeit als erstes Hotel in Meißen nach der Wende eröffnen. In den Jahren bis 1994 wurde der Innenhof neu gestaltet, das Wohnhaus komplett saniert, modernisiert & mit Wohnraum erweitert.
            
             Eröffnungsfoto 1992                Ansicht von  (S80)2007              Ansicht saniertes Wohnhaus 1996                     Innenhof 1996

   

1994 stellt sich die Familie Langner und Freitäger  der Herausforderung der notwendigen Geschäftserweiterung. Im Herbst 1994 wird das sehr
sanierungsbedürftige "Deutsche Haus" in Niederau erworben und mit der Entkernung des völlig heruntergekommen Gasthofes mit Wohnungen begonnen. Der Zeitplan bis zur Eröffnung im Dezember 1995 mit der Gaststätte, war für die Familie, welche hierbei wieder ca. 95 % Eigenleistung
realisierte, nur mit enormen zeitlichen und finanziellen Kraftaufwand zu schaffen.

Am 15.12.1995 eröffneten wir mit Stolz unser zweites Hotel mit Restaurant. Nach kurzer Verschnaufpause bis Januar 1997 mit so kleinen Arbeiten wie Abriss eines Nebengebäudes und Vorbereitung des Neubaus unseres Bettenhauses zum Hotel Deutsches Haus in Niederau wurden die Grundlagen für den notwendige Zimmererweiterung geschaffen. Ab Frühjahr 1997 stellte sich die Familie der Herausforderung des Neubaus.
Das Bettenhaus mit weiteren 20 Betten in 16 Zimmern und einer Einliegerwohnung wurde in 2-jähriger Bauzeit bis Ende 1999 fertig gestellt.
Mit der Kapazität  von 59 Betten am Standort Deutsches Haus in Niederau war der Einstieg ins Busgruppengeschäft sichergestellt.

Um dem sich immer mehr verschärfenden Wettbewerb in der Hotellerie gerecht zu werden wurde ein anerkannte Sterne Klassifizierung im neuen Jahrtausend angestrebt. Die logische Konsequenz einer Klassifizierung unseres Hotels in Niederau durch die DEHOGA wurde erstmalig am 19.10.2005 realisiert. Seit diesem Zeitraum können wir unser Hotel Deutsches Haus mit dem Merkmal "Komfort" - 3 Sterne vermarkten.

Neu seit  August 2011 sind wir Mitglied in der fairsten Hotelkooperation in Deutschland.

Aktuell
wurde unser Deutsches Haus durch erneute Klassifizierung im Oktober 2011 mit dem Merkmal "Komfort" - 3 Sterne eingestuft.


Weitere Bilder und Entwicklungsgeschichte folgen.

Fortsetzung folgt......Gern arbeite ich an unserer kleinen  Familienchronik weiter.

 

Ihr Gerhard Langner

ÜBRIGENS.......

Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld um etwas Besseres zu bezahlen.
John Ruskin (1819- 1900)
Dienstleistungen werden von einer oder mehreren Personen für einen Kunden über einen Zeit - Punkt oder -Rahmen gegen Entgeld erbracht. Die Güte der Dienstleistung bezeichnet man als Service- Qualität.